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Unterschriftenaktion zu "Marburger Bildungsaufruf"

Sehr geehrte Elternvertreterinnen und -vertreter,

in den hessischen Schulen erleben wir seit einigen Jahren eine immer penetrantere Ausrichtung auf Marktmechanismen und Wirtschaftsinteressen. Das begann mit der Schulzeitverkürzung (G8), die auf Kosten der Schüler/innen und ihrer Bildungsinteressen die „Effektivität“ steigern sollte, ging weiter mit „Bildungsstandards“, die den Unterricht verengen auf das Antrainieren von betrieblich verwertbaren „Kompetenzen“, und zielt schließlich ab auf Schulen, die zunehmend betriebswirtschaftlich funktionieren und die „am Markt“ miteinander konkurrieren: die sich schrittweise in Richtung Privatisierung bewegen.

In einem solchen Konzept stehen die Kinder und Jugendlichen und ihre umfassende Bildung und Persönlichkeitsentwicklung natürlich nicht im Vordergrund; übergeordnete demokratische Bildungs- und Erziehungsziele wie Selbstbestimmungsfähigkeit, Mitbestimmungsfähigkeit, Solidaritätsfähigkeit passen dort nicht hinein; echte Mitbestimmung und pädagogische Verantwortlichkeit und Freiheit ebensowenig.

Gegen diese verkehrte Entwicklung nimmt der Marburger Bildungsaufruf: Demokratisierung statt Ökonomisierung! Stellung. Er ist entwickelt worden von einer Gruppe engagierter und besorgter Pädagog/innen als Ergebnis einer Vortragsreihe mit namhaften Erziehungswissenschaftlern von Prof. Hans Peter Klein bis hin zu Prof. Oskar Negt und Vertreter/innen der betroffenen gesellschaftlichen Gruppen (siehe den GEW-Flyer mit dem Programm und das Schlusswort mit der inhaltlichen Zusammenfassung im Anhang). Diese Einzelpersonen sind als Erstunterzeichner auch die Träger des Aufrufs. Er ist organisationsunabhängig, wird aber z.B. von der GEW Hessen und der Gesellschaft für Bildung und Wissen unterstützt.

Auf solche Unterstützung ist die Unterschriftenkampagne für den Aufruf, die bis zum 22. September, dem Tag der Landtagswahl in Hessen, läuft und deren Forderungen sich an die künftige hessische Landesregierung richten, auch angewiesen. Wir bitten deshalb auch Sie um eine solche Unterstützung – vor allem durch die Weitergabe des Aufrufs (siehe Anhang) und der Online-Unterzeichnungsmöglichkeit (https://www.openpetition.de/petition/online/marburger-bildungsaufruf-demokratisierung-statt-oekonomisierung) an die Mitglieder Ihres Kreis- bzw. Stadtelternbeirats sowie an die Schulelternbeiräte mit der Bitte um Weitergabe an die Klassenelternbeiräte. (Eine Unterschriftenliste zum Ausdrucken befindet sich ebenfalls im Anhang.) Vielleicht gibt es darüber hinaus noch weitere Möglichkeiten, ihn in der Elternschaft bekannt zu machen und so zur Meinungsbildung über wesentliche Fragen der hessischen Schulpolitik anzuregen. Sehr hilfreich wären natürlich auch entsprechende Beschlüsse Ihrer Gremien.

Mehr Informationen zum Marburger Bildungsaufruf und seinen Hintergründen sind zu finden auf der Homepage der GEW Hessen: http://www.gew-hessen.de/index.php?id=583.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Georgy
(für die AG Bildung)

Datum:  22.09.2013
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Erläuterungen zum Marburger Bildungsaufruf Erläuterungen zum Marburger Bildungsaufruf
Unterschriftenliste - Vordruck Unterschriftenliste - Vordruck
Text Marburger Bildungsaufruf Text Marburger Bildungsaufruf
Schlusswort Oskar Negt - Übersicht aller Vorträge Schlusswort des Vortrags von Oskar Negt - Übersicht alle Vorträge
GEW Flyer GEW Flyer

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