zur Liste   Druckversion 

Newsletter Oktober 2006




Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,



nachstehend gibt es heute wieder die neusten Nachrichten aus dem Umfeld der
Liebigschule:


1. Biologieunterricht, hessisch


Am 19. September strahlte der Kultursender Arte im Rahmen eines Themenabends
eine Dokumentation mit dem Titel "Von Göttern und Designern" aus. Dabei erfuhr
die verblüffte Zuschauerschaft, dass in zwei Gymnasien in Gießen - der privaten
August-Herrmann-Francke-Schule und dem öffentlichen Liebig-Gymnasium - im
Biologieunterricht die Entstehung der Arten gemäß der biblischen
Schöpfungsgeschichte gelehrt wird ("Kreationismus"). Die folgenden Aussagen
stehen zwar nicht im Schöpfungsbericht, wurden aber nach Medienberichten in den
genannten Schulen ernsthaft vertreten: "Gott schuf die Dinosaurier und die
Menschen am sechsten Tag - also haben beide Arten zumindest zeitweise
gleichzeitig gelebt." "Der Grand Canyon entstand durch die Sintflut." "Die Erde ist
6000 Jahre alt."


Dass diese Ansichten im Biologieunterricht der beiden Gießener Schulen verbreitet
werden, war dem hessischen Kultusministerium seit Jahren bekannt. Bereits vor
drei Jahren hatten Eltern betroffener Schülerinnen und Schüler (u. d. die Frau des
FDP-Abgeordneten Herrmann Otto Solms) deswegen bei der Behörde interveniert -
ohne erkennbaren Erfolg. Zu einer offiziellen Verlautbarung kam es erst jetzt nach
den Medienberichten. Darin hieß es, das Schulamt sei angewiesen worden, gegen
den christlich-fundamentalistischen Lehrer des öffentlichen Gymnasiums, dort
offenbar ein Einzelfall, rechtliche Schritte zu prüfen - unter anderem deshalb, weil
er in seinem Unterricht ein nicht zugelassenes Buch verwendet, in dem die
"Kreationismus-Theorie" vertreten und die Evolutionstheorie diskreditiert wird und
dessen Mitautor er ist.


Im Fall der Privatschule, in der die "Schöpfungstheorie" im Biologieunterricht der
Sekundarstufe I anscheinend flächendeckend ́Verbreitung findet, sieht das
Kultusministerium dagegen unter Verweis auf die freie Trägerschaft der Schule bis
heute keinen Anlass zur Intervention.


Fazit: Erstens kann an einer hessischen Privatschule offenbar jeder lehren, was er
will. Dass auch Privatschulen nach dem Schulgesetz der staatlichen Schulaufsicht
unterstehen, ist dabei anscheinend belanglos. Man darf daher durchaus auf die
(ausbleibende?) Reaktion aus dem Ministerium gespannt sein, wenn künftig
Lehrerinnen und Lehrer an privaten Schulen im Unterricht z. B. auf den Gedanken
kommen, die Wiedereingliederung Ostpreußens in das deutsche Staatsgebiet zu
fordern, die absolutistische Monarchie als Staatsform der Wahl zu präsentieren
oder die Lehre zu vertreten, die Erde sei eine Scheibe. Zweitens sollte es sich in
den letzten 6000 Jahren, seit denen die Erde angeblich besteht, mittlerweile doch
herum gesprochen haben, dass der biblische Schöpfungsbericht als
Glaubenszeugnis und nicht als wissenschaftliche Abhandlung intendiert ist. Zu
verkennen, dass die Bibel hier (wie auch an vielen anderen Stellen) Bilder
gebraucht, um Gott als Urheber der Dinge zu präsentieren, zeugt schon von
bemerkenswerter Ignoranz. Der Gott des Alten Testaments, auf den sich immerhin
drei Weltreligionen berufen, hat eine solche kleingläubige Pseudo-Wissenschaft
jedenfalls weder nötig noch verdient.


Nähere Informationen zum Thema finden sich z. B. in der Berichterstattung der
Frankfurter Rundschau
sowie in den darin enthaltenen Links.


2. OECD Bildungsbericht und Bildungsmonitor 2006 geben zu denken


Im September wurde die aktuelle Fassung des jährlich erscheinenden
Bildungsberichts der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) veröffentlicht. Danach werden hierzulande immer noch zu
wenige Akademiker und Abiturienten ausgebildet. Die OECD beklagt in ihrer Studie
zudem die Finanzierung des deutschen Bildungssystems als mangelhaft. Im
Gegensatz zu vielen anderen OECD-Ländern stagnieren in der Bundesrepublik die
Ausgaben für Bildung. Dies zeige, dass "Deutschland bisher nicht ausreichend auf
die Herausforderungen der Wissensgesellschaft reagiert". Der Anteil der privaten
und öffentlichen Bildungsausgaben lag auch im aktuellen Berichtszeitraum unter
dem OECD-Durchschnitt. Die Ausgaben für den Bildungssektor wirken sich
offensichtlich auf die Qualität aus: Der Studie zufolge wird der Abstand zwischen
Deutschland und den Ländern, die mehr in die Bildung stecken, größer. In dem
jährlichen Bericht werden die Bildungssysteme der 30 wichtigsten
Industrienationen verglichen. Weniger Akademiker als in Deutschland werden dabei
nur noch in drei OECD-Staaten ausgebildet: in der Tschechischen Republik,
Österreich und der Türkei. (
Eine deutsche Zusammenfassung des Berichts ist hier
abrufbar.
)


Ebenfalls im September neu erschienen ist der von dem "politisch unverdächtigen"
Institut der deutschen Wirtschaft getragene Bildungsmonitor 2006, der ein
Benchmarking der Bildungssysteme in den Bundesländern aus
bildungsökonomischer Perspektive präsentiert. Danach ist Hessen im Vergleich der
Bundesländer bei den weiterführenden Schulen auf den vorletzten Platz
abgerutscht, bei den Hochschulen sogar auf den letzten. Im Gesamt-Ranking
verschlechterte sich Hessen im Vergleich zum Vorjahr vom achten auf den 13.
Platz. Hessen ist nach dem Bericht eines von nur drei Bundesländern, das sich in
den insgesamt rund 100 untersuchten Indikatoren für Bildungsqualität im Vergleich
zum Vorjahr nicht verbessern konnte. Die Bildungsqualitäts-Hitliste 2006 wird von
Sachsen und Baden-Württemberg angeführt. Die vollständigen Ergebnisse gibt es
hier.


3. "Unterrichtsgarantie plus" - "Praxisschock" zum Schuljahresbeginn


Was von Kritikern des Programms "Unterrichtsgarantie plus" befürchtet wurde, ist
in der Frankfurter Helmholtzschule bereits eingetreten. Die Schule verpflichtete als
Ersatz für einen erkrankten Französisch-Lehrer eine Frau aus Russland, die der
französischen Sprache kaum mächtig war. Die Schüler reagierten auf den
Besetzungs-Flop mit einem Streik. Die russische Vertretungslehrerin ist inzwischen
ausgetauscht worden. Den Fachunterricht in der zehnten Klasse des Gymnasiums
im Ostend erteilt jetzt eine Französin, die im Hauptberuf als Dolmetscherin und
Übersetzerin arbeitet. Die aber verfügt über keinerlei pädagogische Erfahrung mit
Kindern.


Dem Staatlichen Schulamt sind nach Aussage von Sprecher Rolf Hahn bislang keine
weiteren Besetzungs-Flops bekannt geworden. Allerdings häufen sich die Fehlzeiten
von Lehrern erfahrungsgemäß erst im Herbst. Zudem hat Kultusministerin Karin
Wolff den Schulleiterinnen uns Schulleitern untersagt, sich zum Thema
Unterrichtsgarantie öffentlich negativ zu äußern. Klagen gibt es dennoch, unter
anderem über den hohen Verwaltungsaufwand. So melden sich beim städtischen
Bildungsdezernat inzwischen vermehrt Schulen mit der Bitte, die Stundenzahl der
Sekretärinnen aufzustocken. Das berichtete Referent Michael Damian der
Frankfurter Rundschau auf Anfrage.


Kultusministerin Wolff verteidigt Unterrichtsgarantie und sieht Hessen auf dem Weg
zum Bildungsland Nummer eins (nach den Ergebnissen des Bildungsmonitors 2006
- siehe Punkt 2 dieser e-News-Ausgabe - liegt Hessen tatsächlich derzeit auf Rang
13 der 16 Bundesländer). Nach Ansicht der hessischen Landesregierung
funktioniert die "verlässliche Schule". Das Modell sei ein "Meilenstein der
Bildungspolitik".


4. "Unterrichtsgarantie plus" - Was deckt die "Garantie" wirklich ab?


Nach der "Verordnung zur Sicherstellung der Verlässlichen Schule nach § 15a des
Hessischen Schulgesetzes"
vom 21. Juli 2006 haben alle öffentlichen Schulen in
Hessen "die von der ersten bis zur sechsten Unterrichtsstunde der Grundstufe
(Primarstufe) und der Mittelstufe (Sekundarstufe I) stundenplanmäßig
vorgesehenen Unterrichtszeiten zu gewährleisten." Dabei können
"Vertretungskräfte, die nicht der Schule angehören, (...) für den einzelnen
Vertretungsfall für einen Zeitraum von bis zu fünf Wochen herangezogen werden".


Wer genau liest, stellt fest, dass hier nicht der Unterricht, sondern lediglich die
Einhaltung der stundenplanmäßigen Unterrichtszeit gewährleistet werden soll - und
zwar bis zur zehnten Klasse und von der ersten bis zur sechsten Stunde. Dafür
genügt es, dass sich eine Aufsicht in der Klasse befindet, die darauf achtet, dass
keine Papierkörbe angezündet werden. Wählerinnen und Wähler können somit ihre
Tages- und Arbeitsplanung frei von Störungen gestalten, die dadurch entstehen,
dass die lieben Kleinen plötzlich und unerwartet vor der häuslichen Türe
erscheinen. An den Regelungen, ab wann eine fachspezifische Vertretung
ausfallenden Unterrichts zu gewährleisten ist, hat sich durch die so genannte
"Unterrichtsgarantie Plus" dagegen nichts geändert. Die Landesregierung spricht in
ihren Gesetzes- und Erlasstexten denn auch nicht von "Unterrichtsgarantie",
sondern von "Verlässliche Schule".


Die offizielle Landeslyrik zum Thema findet sich hier.


5. "Unterrichtsgarantie plus" - Aktuelle Situation in der Liebigschule


An der Liebigschule wurde in der Schulkonferenz besprochen, dass "externe"
Betreuungskräfte im Rahmen der "Unterrichtsgarantie Plus" in jedem individuellen
Vertretungsfall nur maximal in den ersten drei Stunden zum Einsatz kommen
sollen; danach sollen die ausfallenden Stunden durch ein Mitglied des Kollegiums
vertreten werden. Ziel dieser Maßnahme ist es laut Schulleiter Dr. Kexel, bei mehr
als drei ausfallenden Stunden eine Vertretung mit Fachunterricht zu gewährleisten.
Das bedeutet jedoch nicht notwendiger Weise, dass genau das Fach vertreten wird,
das gerade ausfällt - für eine ausfallende Englischstunde kann also durchaus auch
eine Stunde Physik gehaltenwerden. Nichts geändert hat sich an der Situation, dass
die Schule eine fachspezifische Vertretung (z. B. durch einen Vertretungsvertrag)
nur bei längerfristigen Unterrichtsausfällen beantragen kann - und auch nur dann,
wenn z. B. eine längerfristige Krankschreibung vorliegt. Hinzu kommt, dass in
solchen Fällen dann auch erst einmal eine geeignete, examinierte Lehrkraft
gefunden werden muss, die den Unterricht fachlichkompetent übernehmen kann
(das Schulamt stellt zwar die Mittel zur Verfügung; die Stelle zu besetzen ist aber
Sache der Schule).


Im Rahmen der "Unterrichtsgarantie Plus" sind nach Auskunft der Schulleitung im
Vertretungs-Pool der Liebigschule derzeit zehn externe Kräfte tätig (fünf
Lehramtsstudentinnen oder -studenten, ein Musiklehrer einer privaten Musikschule,
eine Mitarbeiterin der Liebigschul-Bibliothek, ein Familientherapeut, ein
amerikanischer Muttersprachler mit sozialwissenschaftlicher Ausbildung, ein
emeritierter Universitätsdozent (Naturwissenschaftler)), von denen zwei an jedem
Unterrichtstag "auf Abruf" zur Verfügung stehen.


Die Schulleitung bittet darum, dass sich Eltern bei Beschwerden über ausfallenden
Unterricht zunächst mit der Schule (Tel. 212-39480, Herr Dr. Kexel) oder mit der
Elternvertretung in Verbindung setzen sollten, bevor sie sich an das Schulamt oder
an das Kultusministerium wenden. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die
vom Ministerium eigens ausgelobte "Unterrichtsgarantie-Plus-Hotline" solche
Beschwerden ohnehin postwendend an die betroffene Schule durchreicht, ohne
darüber hinaus selbst tätig zu werden.


6.


Mittagessen in der Liebigschule – aktueller Stand


Das Problem ist inzwischen ja hinlänglich bekannt: Die Stadt Frankfurt hat den
Preis für ein Mittagessen auf maximal 3 Euro "gedeckelt", zu diesem Preis kann
kein Anbieter das von Elternschaft und Kollegiumsvertretern gewünschte Essen aus
biologischem Anbau liefern und damit ist die bereits getroffene Auswahl des
Caterers "Dr. Hoppe" zunächst hinfällig geworden.


Nach aktuellen Informationen von Schulleiter Dr. Kexel und Dagmar Biron,
Elternvertreterin in der "Mittagessensgruppe", stehen inzwischen Verhandlungen
mit dem "Frankfurter Party- und Veranstaltungsservice" (
www.ffm-party.de -
Achtung, sehr Flash-lastig!), ehemals Kooperationspartner von "Dr. Hoppe", kurz
vor dem Abschluss. Dabei soll ein Biokost-Anteil von mindestens 70%
gewährleistet werden, und zwar zu einem avisierten Essenspreis von 2,95 Euro.
Dieser Preis bezieht sich allerdings auf das reine Essen; er enthält noch nicht die
zusätzlich anfallenden Kosten für Energieverbrauch, Müll-Entsorgung, Reinigung,
Verwaltung, etc., die die Stadt an den Caterer weitergeben will. Über den Endpreis
wird derzeit noch verhaldelt. Eine beispielhafte Zusammenstellung für das von
diesem Anbieter offerierte Schul-Mittagessen
findet sich hier; Bio-Kost ist als
solche gekennzeichnet.


Die Umbauarbeiten des Raums K54 zur neuen Schulkantine haben inzwischen
begonnen. Laut Auskunft von Herrn Dr. Kexel soll die Kantine (hopefully) nach den
Herbstferien einsatzbereit sein. Bis dahin besteht wieder die Möglichkeit, das
Mittagessen an der benachbarten französischen Schule einzunehmen. Dafür sind
Essensmarken erforderlich, die in der Liebigschule über Herrn Kleinschmidt und im
Lycée Victor Hugo bei Hern Kirchhoff erhältlich sind.


Zum Thema Mittagessen erreichte uns auch der folgende Beitrag von Birgit Mutter,
ebenfalls Elternvertreterin in der "Mittagessensgruppe":


"Alles Bio oder was - Mittagstisch an der Liebigschule


Vielleicht hat sich der eine oder die andere mal gewundert, weshalb es im neuen
Schuljahr unterschiedliche Mittagspausenzeiten für Unterstufe und die
Mittel-/Oberstufe gibt? Sie liegen richtig, wenn sie vermuten, dass das etwas mit
dem künftigen Mittagstisch in der Liebigschule zu tun hat. Um möglichst vielen
Schülern und Schülerinnen ein vernünftiges warmes Essen anbieten zu können,
wird die Essensausgabe in zwei „Schichten“ stattfinden, da im Raum K 54 max. 100
Essen auf einmal ausgegeben werden können. Bis es aber damit endlich los geht,
ist noch manche Hürde zu nehmen!


Wir, die Mittagessensgruppe, suchen derzeit intensiv nach einer Lösung, um die
Vorgaben des Stadtschulamtes, welches Vertragspartner des künftigen Caterers
wird, und unseren Vorstellungen von einem vernünftigem und bezahlbarem
Mittagessen für Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte unter einen Hut zu bringen,
d.h. für uns mindestens 70% der Zutaten sollen aus biologischem Anbau stammen,
täglich ein vegetarisches Menü und einen Essenspreis, der max. zwischen 4-5 EUR
pro Essen liegen soll. Der entscheidende Hebel, um diesen Essenspreis zu
erreichen, liegt in der Anzahl der Essen und in den möglichst niedrig zu haltenden
Gemeinkosten. Da momentan nicht absehbar ist, dass die Stadt uns da aus der
Patsche hilft, suchen wir zusammen mit der Schulleitung einen
Kooperationspartner, z. B. einen Trägerverein für das Personal in der Schulkantine.


Aufgrund dieser Probleme werden wir von unserem bisherigen Plan, nach dem
Herbstferien mit der eigenen Schulkantine starten zu können, abrücken müssen. Es
sei denn, es geschieht ein Wunder oder wir können das Stadtschulamt doch für
unsere Sache gewinnen. Wir bleiben am Ball."


7. E-News-Redaktion erhält "Nachwuchs"


Als neues Mitglied der e-News-Redaktion ist Thomas Krenzer seit diesem Monat mit
an Bord. Thomas Krenzer ist ein intimer Kenner der Liebigschul-Szene - immerhin
hat er seit 1995 Kinder an der Schule. Die "Alten" im Redaktionsteam wünschen
ihm viel Freude an der Arbeit, allzeit eine spitze Feder und die konstruktive
Unterstützung durch unsere geschätzte Leserschaft, deren wir uns jetzt schon seit
so vielen Jahren erfreuen dürfen.


Mitmachen kann bei den e-News übrigens jede(r). Schicken Sie uns einfach Ihre
Beiträge. Alles, was für das Liebigschul-Umfeld potentiell interessant ist,
veröffentlichen wir gerne.


8. Mikrowelle gesucht!


Die SV der Liebigschule sucht händeringend ein gut gebrauchtes, aber
einsatzfähiges Mikrowellengerät, um während der hitzigen Diskussionen auch ein
warmes Mittagessen einnehmen zu können. Wer ein solches Gerät zur Verfügung
stellen kann, wende sich bitte an Martin Eller (
germanymartin@yahoo.com).


9. Nachhilfeangebote von so genannten Sekten und Psychogruppen


Das Hessische Kultusministerium informiert im Internet über Nachhilfeangebote
von so genannten Sekten und Psychogruppen. Besorgte Anfragen von Eltern über
Nachhilfe-Aktivitäten der Scientology-Organisation wie das "Lernhäuschen" in
Butzbach haben das Hessische Kultusministerium veranlasst,
Informationen zu
Nachhilfe-Angeboten so genannter Sekten und Psychogruppen
in seinen
Internetauftritt aufzunehmen. Dort heißt es jetzt: "Diese Gruppierungen wollen auf
Ihre Kinder Einfluss nehmen; mit scheinbar harmlosen Nachhilfestunden werden
ganz nebenbei die Mitglieder von morgen geworben. Sie als Eltern können dazu
beitragen, Ihre Kinder vor solchen Gruppen zu schützen."


10. Shell-Jugendstudie 2006: Düstere Zukunftsaussichten:


Die Zukunftschancen junger Menschen in Deutschland werden immer schlechter.
Das ist das traurige Fazit der Shell-Jugendstudie 2006, die von Familienministerin
Ursula von der Leyen und dem Sozialforscher Klaus Hurrelmann in Berlin
vorgestellt wurde. Die Befragung war von der Universität Bielefeld und dem Institut
Infratest vorgenommen worden. Danach prägen Herkunft und Bildung immer
stärker die Zukunftschancen, zwei Drittel der befragten 2532 jungen Deutschen
zwischen zwölf und 25 Jahren fürchten sich vor der schlechten wirtschaftlichen
Lage und vor steigender Armut. Die Mehrzahl der Befragten sieht in Bildung und
Schulabschluss immer stärker den Schlüssel zum Erfolg. 57 Prozent der
Gymnasiasten, aber nur 38 Prozent der gleichaltrigen Hauptschüler blicken "eher
zuversichtlich" in die Zukunft. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder gar
nicht erst eine Anstellung zu finden, lässt insgesamt 53 Prozent der Jugendlichen
die Zukunft als düster ansehen – eine klare Steigerung gegenüber früher: Bei der
vergangenen Studie vor vier Jahren waren dies "nur" etwa 45 Prozent. In
Bildungsfragen liegen die Mädchen vorn: 47 Prozent besuchten oder besuchen ein
Gymnasium, dagegen stehen nur 40 Prozent bei den Jungen. Unter den schlechten
Voraussetzungen leidet die Familienplanung. Zwar wünschen sich 72 Prozent eine
Familie, immer mehr aber wollen keine eigenen Kinder. Grund ist, dass es immer
schwieriger wird, Kindererziehung und Ausbildung, Beruf und Karriere unter einen
Hut zu bringen. Sozialforscher Hurrelmann warnt vor den möglichen politischen
Folgen: "Parteien wie die NPD nutzen die soziale Unzufriedenheit der jungen
Wähler, die sich von den etablierten Parteien nicht ernstgenommen fühlen." Etwa
15 Prozent der Elternhäuser seien mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert, zehn
bis 15 Prozent der Jugendlichen seien durch materielle Armut, schlechte
Bildungschancen und andere Nachteile belastet.


Zur vollständigen Shell Jugendstudie 2006 geht es hier.


11. Drittmittelförderung für Schulen:


In einem Pilotprojekt haben vier Frankfurter Schulen Konzepte entwickelt und
Methoden erprobt, um erfolgreich mit Unternehmen zu kooperieren, die
Georg-Büchner-Schule (Gesamtschule) in Bockenheim, die Karmeliterschule
(Hauptschule) im Bahnhofsviertel, die Anne-Frank-Schule (Realschule) am
Dornbusch und die Elisabethenschule (Gymnasium) im Nordend. Die gemeinsam
mit Lehrern, Schülern und Eltern entwickelten Ideen wurden in den ausgewählten
Schulen zu einem Konzept der Drittmittelbeschaffung zusammengefasst und
anschließend umgesetzt. Die Erfahrungen wurden in einer Broschüre gesammelt,
damit das Vorgehen auf andere Schulen übertragen werden kann. Der Leitfaden
beschreibt detailliert alles, was man zum Thema wissen muss. Die wichtigsten
Prinzipien:


Drittmittelförderung bedeutet Kooperation zwischen Schulen und Förderern zu
beiderseitigem Nutzen. Es handelt sich nicht um Werbung für bestimmte Produkte.
Die Drittmittelförderung muss im Einklang mit dem Bildungs- und
Erziehungsauftrag der Schulen stehen und soll so zu einer Bereicherung der
pädagogischen Arbeit beitragen, ohne dass finanzielle Abhängigkeiten entstehen.
Die Mittel dürfen keinesfalls zu einer Kürzung der öffentlichen Mittel führen.
Nähere
Infos über das Stadtschulamt
.


12. Kooperation mit Intel im Rahmen der Medieninitiative des
Kultusministeriums


Das Land Hessen wird die erfolgreiche Lehrerbildungsmaßnahme "INTEL Lehren -
Aufbaukurs online" weitere drei Jahre fortzusetzen. Kultusministerin Karin Wolff
und Thomas Osburg, Education Manager Europe der Intel GmbH, haben im
September eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. "Die
Lehrerbildung in allen Phasen ist neben einer geeigneten Ausstattung einer der
wichtigsten Eckpfeiler, um die Chancen neuer Technologien und Medien für
Unterricht in allen Schulen zu nutzen", erklärte Karin Wolff. "INTEL Lehren -
Aufbaukurs online" ist ein Baustein im Maßnahmenbündel "Schule@Zukunft" mit
Universitäten, Staatlichen Schulämtern, dem Amt für Lehrerbildung und
Medienzentren. "Noch immer gibt es zu viele Lehrerinnen und Lehrer, die sich den
Einsatz von Internet, anschaulichen Medien oder interaktiver Software im eigenen
Unterricht nicht zutrauen", bedauerte Karin Wolff: "Dabei eröffnen sich gerade hier
viele Möglichkeiten zum Fördern von Medienkompetenz und selbstständigem
Lernen." Hessens Kultusministerin sprach allen Lehrerinnen und Lehrern, die bisher
in unerwartet hoher Zahl freiwillig Kurse besucht und so die Basis für die
anstehende Vertiefung gelegt haben, Dank und Anerkennung aus. Seit 2001 haben
über 20.000 Lehrkräfte an von der Intel GmbH unterstützten Fortbildungen
teilgenommen. Schule@Zukunft will erreichen, dass neu eingestellte Lehrkräfte die
notwendige Medienkompetenz schon während ihrer Ausbildung erwerben und die
Schulen beim Nutzen neuer Medien weiterhin intensive Unterstützung erhalten.


13. Informationsbörse Schüleraustausch


Die Stadt Frankfurt veranstaltet gemeinsam mit dem amerikanischen
Generalkonsulat die Informationsbörse Schüleraustausch am Freitag, 6. Oktober
2006, 13 bis 18 Uhr, in der Aula der Wöhlerschule Frankfurt (Mierendorffstraße 6,
60320 Frankfurt am Main). Es ist eine der größten Informationsbörsen
Deutschlands zu diesem Thema. Mehr als 30 Austauschorganisationen und
unabhängige Verbraucherorganisationen präsentieren ihre Angebote rund ums
Lernen, Studieren und Leben im Ausland und geben Tipps rund um das Thema
Schüleraustausch. Schüler und Eltern erhalten kostenlos alle wissenswerten
Informationen zur Planung und Organisation eines Auslandsaufenthaltes. Die
Informationsbörse "Hello World.Per Schüleraustausch in alle Welt" wird in diesem
Jahr zum vierten Mal veranstaltet. Sie findet statt im Rahmen des
deutsch-amerikanischen Freundschaftsfestes, das die Stadt Frankfurt seit 2003 am
6. Oktober feiert. Weitere Informationen:
www.schueleraustausch-frankfurt.de


14. Hilfe beim Schulwechsel


Die neue Broschüre für Fünftklässler "Von 4 nach 5" soll Kindern beim Wechsel von
der Grundschule in die weiterführende Schule helfen. Die Herausgeberinnen sind
Ulrike Haarmann-Handouche, Konrektorin der Astrid-Lindgren-Schule und Susanne
Gruppe, Lehrerin an der Ziehenschule. Die Broschüre kostet 4 Euro und kann beim
Sidus Verlag bestellt werden (Sidus Verlag, Silvia Lissner, Schlossstraße 24, 65594
Runkel-Dehm,
S-Lissner@sidus-verlag.de, www.sidus-verlag.de)


15. Veranstaltungskalender


- Der Hausterminplan der Liebigschule kann hier abgerufen werden.


- Noch einmal unser Hinweis auf das Stück "Hier geblieben!" vom Grips Theater
am 2. Oktober. Das "Theaterstück für Menschen ab 12 Jahren" erzählt die
Geschichte eines Mädchens, das im vergangenen Jahr aus dem Unterricht geholt
und zu seiner Familie in Abschiebehaft gebracht wurde. Dem Einsatz seiner
Klasse ist es zu verdanken, dass die Abschiebung von Tanja und ihrer Mutter bis
heute nicht vollzogen wurde. Montag, 2. Oktober 2006, 10 Uhr im
Schultheater-Studio (Hammarskjöldring 17a, 60439 Frankfurt)
www.schultheater.de, Eintritt: 4 Euro für Schulklassen


- Jugendkonzerte in der Alten Oper - Seit über 50 Jahren bieten das Jugend- und
Sozialamt der Stadt Frankfurt und der Hessische Rundfunk Jugendkonzerte in
der Alten Oper an. Die Konzerte richten sich speziell an Schüler, Studenten und
Auszubildende unter 21 Jahren und sollen ihnen einen Einblick in die klassische
Musik ermöglichen. Es werden zwei Konzertreihen mit je drei Konzerten für den
Preis von 27 Euro pro Konzertreihe angeboten. Die erste Reihe beginnt am
1. November mit Werken von Strawinsky, Schostakowitsch und Tschaikowsky.
Nähere Informationen (Termine, Mitwirkende, Programm, Bestellschein für
Karten) hier
.


- Der Stadtelternbeirat (STEB) informiert über Termine seiner Veranstaltungen
bis November 2006:


11.10.06: Den Schülern nicht die Freude am Lernen austreiben! Referent: Dr.
med. Eckhard Schiffer, Quakenbrück


08.11.06: Killerspiele im Kinderzimmer – was man über Computer und Gewalt
wissen muss. Referent: Thomas Feibel, Berlin


15.11.06: Die 15 Gebote des Lernens – wie Kinder lernen. Referent: Prof. Dr.
Peter Struck, Hamburg


Weitere Infos: www.steb-ffm.de


- Die "Rödelheimer Runde" lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema
"Heuschrecken in der Wohnung? Haushaltssanierung durch Verkauf von
Wohnungsgesellschafen?" am 6. Oktober 2006 um 19.30 Uhr in der Liebigschule
ein. Diskussionsteilnehmer sind Elke Sautner (Stadtverordnete,SPD), Ulrich
Caspar (MdL, CDU) und Lothar Reininger (Stadtverordneter, Die Linke).
Moderation wie immer: Uwe Günzler. An diesem Abend sollen die Vor- und
Nachteile eines möglichen Verkaufes der Nassauischen Heimstätte diskutiert
werden, eventuelle Folgen für die Mieter und Alternativen zum Verkauf.


16. Neues aus der SV / Nachrichten aus der Schülerschaft


... hat uns diesmal nicht erreicht.


17. Neues auf der Homepage (www.seb-liebig.de)


Im "internen" Bereich wurde das Protokoll der Sitzung Pädagogischen
Planungsgruppe vom 13. Juni neu eingestellt.


In den "schulinternen" Bereich der Homepage gelangt man nach Anmeldung mit
Benutzername und Passwort – gibts für Liebig-Eltern, Schülerinnen/Schüler und
Lehrerinnen/Lehrer bei jedem Elternbeirat und bei der e-News-Redaktion unter
e-news@seb-liebig.de. Die als "intern" markierten Artikel erscheinen dann gelb
unterlegt.


18. Zitat des Monats


"Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter,
um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, Wenn es nur
ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder
getan hat, wovor wir zögern." (Erich Kästner)


19. Link des Monats


Heute möchten wir noch einmal auf www.liebigschueler.net, die Homepage der
Schülerschaft der Liebigschule, hinweisen. Als neuste Errungenschaft kann dort der
Vertretungsplan tagesaktuell abgerufen werden. Eine glänzende Idee!



... und bitte daran denken: Der nächste Redaktionsschluss der e-News kommt
bestimmt - und zwar am 31. Oktober. Beiträge für die nächste Ausgabe bitte zu diesem
Termin einsenden.



Liebe Grüße und schöne Herbstferien

Horst Cremer-Gast, Thomas Krenzer & Andreas Völp



e-news.liebigschule -

Der Newsletter des Schulelternbeirats

der Liebigschule in Frankfurt am Main

eMail
e-news@seb-liebig.de

Homepage
http://www.seb-liebig.de


Datum:  01.10.2006
eingestellt von:


angefügte Links:

angefügte Dateien:

Mittagessen Frankfurter Partyservice
Jugendkonzerte Alte Oper

 zur Liste   Druckversion