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Newsletter August 2006




Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,



heute - kurz und knapp - der "Ferien-Newsletter" der Liebigschule für den August:


1. Essensversorgung im neuen Schuljahr - "Rote Karte" für "Dr. Hoppe"


Bei zunehmendem Ganztagsunterricht ist an einigen Frankfurter Schulen die
Einrichtung von Cafeterien in Vorbereitung. Auch an der Liebigschule wird seit
einiger Zeit diskutiert, wie die Essensversorgung künftig geregelt werden soll. Es
wurde Kontakt mit mehreren Caterern aufgenommen, es wurden Angebote,
Qualität und Preise verglichen. Und nach langen Verhandlungen, Probeessen, etc.,
hatte sich die "Arbeitsgruppe Mittagessen" dann aufgrund der Qualität des
Angebots für den Caterer "Dr. Hoppe" entschieden.


Das Stadtschulamt erarbeitet zur Zeit Grundlagen, nach denen künftig Cafeterien
an Schulen an Catering-Firmen vergeben werden sollen. Fest steht jetzt: Ein Essen
darf maximal 3,- Euro kosten, damit alle Schülerinnen und Schüler sich ein
regelmäßiges Essen leisten können. Der mit "Dr. Hoppe" ausgehandelte Preis liegt
aber bei 4,60 Euro (das Limit von 3,00 Euro war zum Zeitpunkt der Verhandlungen
noch nicht bekannt) und zu diesem Preis weigert sich das Stadtschulamt, einen
Vertrag abzuschließen. Damit ist die Sache erst einmal gelaufen und der ganze
Reigen beginnt (fast) von vorne ...


Einziger Lichtblick: Von Seiten der Stadt wird überlegt, eventuell den Caterern
keine Pacht oder Kosten für Energieverbrauch zu belasten, um den Höchstpreis von
3,- Euro nicht zu überschreiten.


2. Sommerspektakel „Unterrichtsgarantie Plus“


Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt: Anfang Juli hat Kultusminsterin Karin
Wolff deutlich gemacht, dass sie für die Unterrichtsgarantie Plus nicht auf
Schülerinnen und Schüler als Vertretungskräfte setzt. Eine entsprechende
Empfehlung soll in die Handreichungen des Ministeriums aufgenommen werden...
Wird also nichts aus einem schönen Hinzuverdienst für SchülerInnen, die
Vertretungskräfte sollen immerhin – je nach Qualifikation – 26, 20 oder 15 Euro
pro Stunde erhalten. Nur: Wer misst die Qualifikation?


Anders sieht es da schon für StudentInnen aus, zumindest, wenn man das Beispiel
des Gießener Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums nimmt, das Karin Wolff als
"vorbildlich" ansieht: An jenem Gymnasium "findet Vertretung am ersten und
zweiten Tag in der Regel durch externe Kräfte statt; ab dem dritten Tag als
Fachunterricht durch Mehrarbeit des Lehrerkollegiums. Da ein ständiger Wechsel
externer Kräfte aus organisatorischen Gründen wenig sinnvoll erscheint, wurden
fünf Vertretungsphasen definiert, in denen qualifizierte Kräfte täglich ab 7.30 Uhr
anwesend sind. Bei in den Pool aufgenommenen studentischen Kräften handelt es
sich ausnahmslos um bewährte Praktikanten. Diese können an der Schule in den
Semesterferien anstehenden wissenschaftlichen Arbeiten nachgehen, um im
Vertretungsfall einzuspringen. In den Pool aufgenommen wurden außerdem
Bibliotheksmütter, durchweg Akademikerinnen, die in größerer Zahl als bisher die
Ausleihe organisieren, damit die Betreuung der Bibliothek auch im Vertretungsfall
gewährleistet bleibt."


Karin Wolff lobt: "Es werden jeweils überwiegend qualifizierte Pädagoginnen und
Pädagogen zur kurzfristigen Vertretung eingesetzt. Praktische Probleme werden
nicht verschwiegen, sondern gelöst. Das ist ein hervorragender Beitrag zur
Versachlichung der Diskussion."


Dieses Thema wird uns sicher noch eine ganze Weile Freude bereiten ...


3. Vorsicht, Satire!

(Beitrag von Ulla Gast)


Lieber Roland Koch,


ich möchte Ihnen doch noch schreiben, bevor Sie in Ihre wohl verdienten Ferien
gehen.


Sie brauchen sich wirklich keine Sorgen zu machen, dass in der Zwischenzeit die
Bildungswelt untergeht oder etwa Wellen der Kritik über Ihnen zusammenschlagen
könnten.


Ich habe mich selbst davon überzeugt, von der Stimmung vor Ort, z. B. unter den
Studenten neulich. Habe mich da mal in den Demonstrationszug eingeschlichen, so
als gestandene Frau und Mutter, deren Söhne mal hoffentlich nicht studieren.
Zugegeben, ein Hauch Revoluzzernostalgie war vielleicht auch dabei, selber früher
Demo und so - also keine Kritik an Ihnen, lieber Herr Koch. Und zum Trost: Es
waren wirklich auch kaum Erwachsene darunter; selbst die Polizisten sahen aus wie
meine eigenen Kinder. Wahrscheinlich sind die so ausgesucht, um mit der
aufgewühlten Jugend besser in Kontakt zu kommen, gell? Das klappte auch gut
zwischen denen und den Demonstranten. Immer, wenn ein Pfiff vom Einsatzwagen
her ertönte, mussten die jungen Grünen, so will ich sie mal nennen, dorthin
rennen, begleitet von einem launigen Hopp-hopp-Ruf der Studenten.


Ach ja, und diese sehen übrigens noch immer oder schon wieder so verlottert aus
wie zu meiner - darf ich sagen: unserer? - Zeit. Da haben wir doch auch, das
wissen Sie noch, Herr Koch, gegen Bafög-Erhöhung gewettert, z. B. auf die Melodie
von Marlene Dietrich "Ich bin von Kopf bis Fuß..." Nur dass wir dann gesungen
haben "...auf mehr Bafög eingestellt."


Aber zurück nach Frankfurt. Ich war doch sehr erstaunt, dass Tausende von
Studenten auf den Beinen waren, und das bei der Affenhitze! Die war wohl auch ein
paar Leuten gesetzteren Alters aufs Gehirn geschlagen, als sie den ganzen
Demonstrationszug vor der Deutschen Bank stoppten, um sich mit den dort von
Entlassung Bedrohten zu solidarisieren und gleichzeitig zu erklären, dass der
Kapitalismus über Leichen gehe. Dann haben sich diese Kriminellen noch öffentlich
zu ihrem Diebstahl bekannt, indem sie was von symbolischem Akt erzählten. Als
wäre das nur symbolisch, bei ALDI eine Flasche Wein, ein Wasser und ein Brot zu
stehlen und diese einem Armen zu schenken! Wenn so ein Beispiel Schule macht,
müssen wir uns nicht wundern, dass unsere Jugend meint, man könne auch
Bildung umsonst haben. Und noch ein paar ältere Leute am Straßenrand, die
aussahen wie die vom "Wachtturm", pflichteten denen auch noch bei.


Bei uns war das damals was anderes. Da hatte uns auch keiner gesagt, dass es um
Deutschland schlecht stehe, wirtschaftlich, meine ich, sonst hätten wir uns mit dem
Studieren etwas beeilt. Oder haben Sie Ihr Studium etwa in der Regelstudienzeit
absolviert, lieber Herr Koch?


Diese Demo gipfelte jedenfalls in der Kundgebung vor der ehrwürdigen Alten Oper.
Hitzköpfige junge Leute steigerten sich geradezu agitatorisch in Dinge hinein, die
bei näherem Hinsehen gar nicht so schlimm sind: Was ist schlecht daran, dass Ihre
Karin Wolff inzwischen von hoch qualifizierten Eltern, Onkels und Tanten ausgeht,
die unsere Sprösslinge locker aufs Abi vorbereiten! Was ist schlecht daran, dass
sich die Polizei für die Freizeitgestaltung der Studenten im KOZ (Wie sich das schon
anhört!) kümmert!


Was wollen Studenten uns über das Sparen im Lande erzählen, Subjekte, die über
Jahrzehnte anderen auf der Tasche liegen und nach zwanzig Semestern
intelligenten Smalltalk als Taxifahrer bieten!


Da hatten die vielen Eltern schon Recht, als sie sich an diesem sonnigen Tag
dachten: "Was geht mich das an! Was erhitzen sie sich wegen all dem Kram!
Unsere Kathrin und unser Thorsten bekommen schon zum Abi ihre
Studienfinanzspritze ausgezahlt."


Plötzlich legte sich ein Arm auf meine Schulter. Es war die Elternbeirätin der
Schule, die im Prinzip den Stadtschulelternbeirat suchte. Die wenigen
Unverbesserlichen finden sich. Sie wissen ja, wie das ist, lieber Herr Koch.


Während ich noch bis zum Schluss der Kundgebung ausharrte, merkte ich, dass
selbst die Studenten offenbar das Interesse an Ihrer Sparpolitik verloren hatten.
Wie sonst sollte ich es mir erklären, dass der Platz vor der Alten Oper auf einmal
wie leer gefegt war! Oder konnten die jungen Dinger nicht mal das bisschen Hitze
vertragen?


Ich weiß bis heute nicht, wieso anschließend so eine Hektik über der Stadt lag:
kreisende Hubschrauber, Martinshörner...


Noch abends schlussfolgerte ich, dass die Hitze diese jungen Menschen tatsächlich
irgendwie orientierungslos gemacht haben musste. Zumindest wurde von
Vollsperrung auf der A 66 berichtet, verursacht durch ermattete Studenten, die sich
auf der Fahrbahn ausruhen mussten. Und noch gilt ja: Wer für Tiere bremst,
bremst auch für Menschen.


Mit lieben Grüßen Ihre U.G.


4. Hiroshima-Tag - noch zeitgemäß?


Am 6. August jährt sich wieder einmal der erste Atombombenabwurf auf die
japanische Stach Hiroshima am 6. August 1945, nachdem in Europa der Zweite
Weltkrieg längst gelaufen war. Weshalb sollte uns das heute noch interessieren?


Hierzu schreibt die "Friedensinitiative Rödelheim" in einem Aufruf: "Auch 61 Jahre
nach der Bombe von Hiroshima hat die atomare Bedrohung kein Ende gefunden.
Auch in Deutschland lagern Atombomben, für die die Bundeswehr im Rahmen der
"nuklearen Teilhabe" Flugzeuge bereithält." Die Beispiele von Iran bis Nordkorea
zeigen, dass das Kokettieren mit der Bombe wieder salonfähig ist ...


Die Atombomben von 1945 stehen für unsägliches Leit unter der Zivilbevölkerung,
die schon immer die meisten Opfer zu beklagen hatte, wie auch jetzt wiederim im
Südlibanon. Die russische Zeitung "Kommersant" schreibt dazu in ihrer heutigen
Ausgabe: "Wenn bei einem Krieg wie im Libanon, der mit den modernsten und
zielsichersten Waffen geführt wird, zehn Mal mehr Kinder als bewaffnete Männer
getötet werden, kann man das wohl nicht mehr einen Krieg gegen den Terrorismus
nennen."


Zum Hiroshima-Tag finden in Frankfurt u. a. die folgenden Veranstaltungen statt:


- Das "Frankfurter Bündnis gegen den Krieg" ruft zu einer Kundgebung und
Demonstration am Samstag, 5. August 2006 um 12.00 Uhr an der
Katharinenkirche (Hauptwache) auf. Dabei soll auch für eine sofortige
Waffenruhe im Nahen Osten demonstriert werden.


- Mahngang in Rödelheim mit Aussetzen von Lichtern in der Nidda am Sonntag,
den 6.8., Treffpunkt um 19 Uhr am Bahnhof Rödelheim.


5. Veranstaltungskalender


Im August findet u. a. die folgende empfehlenswerte Veranstaltung statt:


- 28. August, 1. Stunde (7.45 Uhr - für alle, die das eventuell verdrängt haben
sollten): Wiederbeginn des Unterrichts ;-)


- Zur gleichen Zeit findet ein Schulgottesdienst zum Schuljahresbeginn statt.


6. Neues aus der SV / Nachrichten aus der Schülerschaft


... fällt auch diesmal dem ferienbedingt aus ...


7. Neues auf der Homepage (www.seb-liebig.de)


Im "internen" Bereich wurde der Briefwechsel mit Szadträtin Jutta Ebeling bzw.
dem Stadtschulamt zum Thema Mittagessen neu eingestellt. Siehe hierzu Nachricht
Nr. 1 weiter oben in diesem Newsletter.


In den "schulinternen" Bereich der Homepage gelangt man nach Anmeldung mit
Benutzername und Passwort – gibts für Liebig-Eltern, Schülerinnen/Schüler und
Lehrerinnen/Lehrer bei jedem Elternbeirat und bei der e-News-Redaktion unter
e-news@seb-liebig.de. Die als "intern" markierten Artikel erscheinen dann gelb
unterlegt.


8. Featured Links


Zur Fußball-WM-Nachlese: Phrasen vom Rasen
http://sport.ard.de/wm2006/wm/spielfeld/phrasen/fset.htm


9. Zitat des Monats


... und nochmal etwas zum Thema Fußball (ein wahres Füllhorn ... ;-) ;


"Beim Fußball verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit des Gegners"
(Jean-Paul Sartre)


10. Bild des Monats


Auch LehrerInnen gehen manchmal so richtig aus sich heraus ...




7.jpg



... und bitte daran denken: Der nächste Redaktionsschluss der e-News kommt
bestimmt - und zwar am 31. August. Beiträge für die nächste Ausgabe bitte zu diesem
Termin einsenden.



Schöne und erholsame Sommerferien wünschen

Andreas Völp & Horst Cremer-Gast



e-news.liebigschule -

Der Newsletter des Schulelternbeirats

der Liebigschule in Frankfurt am Main

eMail
e-news@seb-liebig.de

Homepage
http://www.seb-liebig.de


Datum:  01.08.2006
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