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Newsletter Juni 2006




Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Lehrerinnen und Lehrer,



nachstehend gibt es heute wieder die neusten Nachrichten aus dem Umfeld der
Liebigschule:


1. ... und fröhlich gabs ein paar aufs Maul


Ein Schüler kommt um die Ecke geschlendert, drei andere rempeln ihn an, stoßen
ihn zu Boden, schlage und treten ihren sich krümmenden Mitschüler und spucken
ihn schließlich noch an. Danach muss er sich bis auf die Unterhose ausziehen und
darf dann das Feld räumen. Die makabere Szene wird von einem anderen Schüler
per Handy-Kamera festgehalten und umgehend als Trophäe ins Internet gestellt.


Die beschriebene Art aktuellen Sozialdurchfalls grassiert derzeit unter der
verharmlosenden Bezeichnung "Happy Slapping" - zu gut deutsch: "Fröhliches
Draufhauen". Für das Opfer kommt zu der physischen Gewaltattacke dabei noch die
Demütigung durch die öffentliche Zurschaustellung hinzu.


Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und auch wir Eltern müssen
Augen und Ohren offen halten und dafür sorgen, dass dergleichen im Umfeld der
Liebigschule nicht passiert. Solidarität und Einmischung statt Verharmlosung und
Wegschauen sind hier gefragt. Die perverse Lust am Leid des Anderen muss als das
entlarvt werden, was sie wirklich ist: Kein harmloser Streich, sondern das
öffentliche Eingeständnis der sozialen Inkompetenz der "Slapper".


Das Problem hat sich inzwischen auch bis zu Kultusministerium und
Landeselternbeirat herumgesprochen. In einem gemeinsamen Aufruf an alle
hessischen Schulgemeinden
weisen Kultusministerin Wolff und die Vorsitzende des
Landeselternbeirats Goldacker auf das Problem hin und fordern dazu auf, gegen
diese neue "Trendsportart" anzugehen. Leider geht der gut gemeinte Aufruf
haarscharf am Problem vorbei, denn die Damen konzentrieren sich darin
weitgehend auf eine Kritik am Missbrauch von Photo-Handies und landen schließlich
bei den Problemen der Handy-Nutzung in den Schulen.


Wir meinen, dass das Problem "Happy Slapping" nicht "technisch" zu lösen ist. Es
ist ein soziales Problem und muss auch als solches bearbeitet werden.


2. Dauerthema "Unterrichtsgarantie Plus"


Dieses Thema wird uns noch viele Wochen begleiten, und auch im Mai kochten die
Gemüter hoch, denn die Landesregierung hat mehrfach vehement ihre Pläne
verteidigt, die sie als Konzept "Unterrichtsgarantie plus" im Modellversuch "Schule
gemeinsam verbessern" zusammenfasst. Noch einmal in Kurzform: Künftig sollen
keine Stunden in den Klassen 1 bis 10 mehr ausfallen. An den ersten beiden Tagen,
an denen eine Lehrkraft fehlt, sollen die SchülerInnen von Vertretungskräften
stundenweise betreut werden. Vom dritten Tag an soll es Fachunterricht geben.
Logische Folge: Schulen fürchten, nicht genügend qualifizierte Vertretungskräfte zu
bekommen, Verbände fürchten, dass der Lehrerberuf entwertet wird.


Kultusministerin Karin Wolff räumt zwar ein, dass das Vorhaben "Unsicherheit" bei
Schulleitern verursacht habe (schrieb auch die Frankfurter Rundschau am 17.Mai),
ist aber von dieser (Wolff:) "bundesweit einzigartigen Möglichkeit" überzeugt.
Gegner und Oppositionspolitiker von SPD, FDP und Grünen dagegen: "Von
Unterrichtsgarantie zu sprechen, wie dies die Regierung tut, ist falsch, wenn
Menschen ohne pädagogische Ausbildung vor Klassen gestellt werden" (Frankfurter
Rundschau, 17. Mai). In einem Offenen Brief haben sich jetzt auch Schulleiterinnen
und Schulleiter an Schulen im Kreis Groß-Gerau und Main-Taunus-Kreis an die
Ministerin gewandt
(kompletter Text hier). Dort heißt es u.a.: "So stehen wir
Schulen im Modellversuch `Schule gemeinsam verbessern` vor einem
Scherbenhaufen. Unsere Arbeit soll ein Wahlversprechen legitimieren, für dessen
Einlösung die Voraussetzungen nicht geschaffen wurden. Die Mittel, die wir bisher
hatten und die im Zusammenhang mit `Unterrichtsgarantie plus` eher weniger als
mehr werden, reichen nicht aus, um jeglichen Unterrichtsausfall zu vermeiden."
Und in einer gemeinsamen Erklärung von Eltern aus Schulen im Landkreis
Darmstadt-Dieburg
(kompletter Text hier) heißt es z.B.:


Wir lehnen ab:


- eine Fachunterrichtserteilung durch Nicht-Lehrer


- einen systematischen Abbau von Unterrichtsqualität


- nur reine Beaufsichtigung statt Unterrichtserteilung


Wir fordern:


- 100 % Unterrichtsversorgung nach Stundentafel;


- Erhalt und Ausbau der "Lehrerfeuerwehr" (wie es sie schon im
Grundschulbereich gibt);


- Ersatz von ausgefallenem Fachunterricht (1:1);


- keine Zuteilung von Lehrkräften mit Zeitverträgen;


- keine zusätzlichen Verwaltungsaufgaben für Lehrkräfte und Schulleitung, ohne
Personalausgleich bzw. Entlastung;


- dass die hessische Regierung nicht übereilte und unausgegorene Verordnungen
erlässt und die Schule damit im Regen stehen lässt.


3. Schöne Reden und bittere Realität - Kultusministerin Wolff gib in Frankfurt
ihre Sicht der "Unterrichtsgarantie Plus" zum besten


Zum ihrem derzeitigen Lieblingsthema "Unterrichtsgarantie Plus" sprach
Kultusministerin Wolff am 9. Mai auf einer Veranstaltung der Frankfurter CDU in
Bornheim. Hierzu der folgende Bricht von Brigitte Marställer-Mosler:


"Zunächst noch einmal eine kurze sachliche Erklärung der von der hessischen
Kultusministerin propagierten Maßnahme Unterrichtsgarantie Plus oder nach der
harschen Kritik lieber Verlässliche Schule genannt:



Diese Maßnahme bedeutet, dass jede hessische Schule ab de nächsten Schuljahr
ein Vertretungsbudget von 1000 Euro mal der Zahl der an der Schule fest
beschäftigten LehrerInnen bekommt, um davon selbst Betreuungsstunden (bei
Unterrichtsausfall von 1-2 Tagen: durch Eltern, pensionierte LehrerInnen,
StudentInnen) und Fachvertretungsunterricht (bei Unterrichtsausfall von 3 Tagen
bis zum Ende der 5. Woche: durch pensionierte LehrerInnen,
LehramtsstudentInnen, LehrerInnen im Erziehungsurlaub u.ä.) zu organisieren und
zu finanzieren.


Im Folgenden möchte ich in einer Art Stimmungsbericht von einer Veranstaltung in
Bornheim am 9.5.2006 berichten, bei der Frau Wolff auf Einladung der CDU
gekommen war, um den anwesenden CDU-Mitgliedern zu erklären, was es mit der
Unterrichtsgarantie Plus bzw. der Verlässlichen Schule auf sich hat.


Die Veranstaltung fand in einem Konferenzraum des Saalbaus Bornheim statt. Ich
schätze, es waren ca. 150 Leute da, davon waren ca. 30 eingeladene
CDU-Mitglieder, der Rest Eltern, SchülerInnen des Stadtschülerrates (mit
Protestplakaten) und LehrerInnen, die die Gelegenheit nutzen wollten, mit der
Kultusministerin ins Gespräch zu kommen.


Unsere SV war vertreten und von den Liebigschuleltern waren wir zu dritt. Einige
uns bekannte ElternvertreterInnen von anderen Gymnasien saßen um uns herum.


Frau Wolf war pünktlich gekommen, zwei Stunden später musste sie bei der
nächsten Veranstaltung in Offenbach sein. Zunächst gab es Folien zur Erklärung
dessen, was die Landesregierung seit 1999 auf dem Bildungssektor geleistet hat
(z.B. Erhöhung des Bildungsetats und Einstellung von 3.500 LehrerInnen) und für
meinen Geschmack zu viele Hinweise auf die Versäumnisse der vorherigen
Landesregierung, die keiner bestreitet, die aber nun doch schon lange
zurückliegen. Dann gab sie einen kurzen Abriss der Maßnahmen für eine
Unterrichtsgarantie Plus bzw. eine Verlässliche Schule. Begleitet wurde ihr Vortrag
von ungeduldigen Zwischenrufen. Die Zwischenrufer wurden auf die sich
anschließende Diskussion verwiesen.


Diese Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft. Es gab Polemisches und sachlich
fundierte Kritik. In zwei Blöcken wurden mehrere Fragen gebündelt. Frau Wolff
nahm danach zusammenfassend Stellung. Leider ging auf diesem Wege manches
Detail verloren.


Positiv bewertet wurde von den mitdiskutierenden Eltern vor allem:


- das Anstreben verlässlicher Schulzeiten


und von den VertreterInnen der Schulen


- die Einrichtung eines Vertretungs-Etats, über den selbst bestimmt werden kann.


Vorgeworfen wurde Frau Wolff:


- Etikettenschwindel wg. überzogener Slogans, wie Unterrichtsgarantie Plus, wo
doch an vielen Schulen noch nicht mal eine einfache Unterrichtsgarantie erfüllt
ist;


- Ferne vom eigentlichen Schulbetrieb, weil sie offensichtlich nicht wisse, was an
den Schulen wirklich los sei


- Überforderung der Schulen mit der Organisation der Verlässlichen Schule (viele
Schulen hätten keine Personal-Ressourcen, Wettstreit unter den Schulen,
aufwendiges Plus an Arbeit für die Einrichtung des Pools und der anschließenden
Verwaltung, Probleme mit den Verträgen usw.)


- u.a.m.


Eine Frau, die sich als Schulleiterin vorstellte, leider aber nicht ihren Namen und
ihre Zugehörigkeit nannte, meinte, die Vorwürfe würden alle nicht stimmen, es
gäbe keine Probleme, das Kultusministerium würde die Einführung ganz toll
begleiten und sie (die Schulleiter) wären der Landesregierung dankbar für die
Einrichtung dieser Vertretungsmaßnahme. Weil dieses Statement so im Kontrast zu
dem stand, was von den anderen Schulen und der Mehrheit der Versammelten
gesagt worden war, verschlug es den meisten Anwesenden erst einmal die
Sprache.


Der Vorsitzende des Stadtelternbeirates, Wilfried Volkmann, entkräftete diese
Aussage sogleich, indem er sagte, dass dies aber in der letzten Dienstbesprechung
der Schulleiter ganz anders geklungen hätte.


Ein anwesender Lehrer gab noch ein Beispiel dafür, wie schlecht eine
Vertretungsstunde laufen kann, wenn sie von einem Unqualifizierten abgehalten
wird. Ein Kollege gab Schülern in einer Vertretungsstunde falsche Erklärungen zur
Unterscheidung von Adverbien und adverbialen Bestimmungen, die dann in einer
weiteren Doppelstunde wieder richtig gestellt werden mussten.


Am Ende der Veranstaltung kam mir Frau Wolff doch recht "bewegt" vor, obwohl
sie es sicher gewohnt ist, Kritik anzuhören. (Von der Veranstaltung in Offenbach
verlautete später, sie sei wider Erwarten "gar nicht gut drauf gewesen.")


Alles in allem konnte Frau Wolff meiner Meinung nach nur vermitteln, dass die
"verlässliche Schule" ein gut gemeinter Versuch ist, den Schulen relativ
kostengünstig (Frau Wolff führte aus, dass eine dickere Personaldecke an der
Schule = 100 % + 10 % Vertretungsreserve zu teuer sei) eine
Vertretungsmaßnahme zu ermöglichen, die je nach vorhandenen Ressourcen und
Kreativität der einzelnen Schule greift oder nicht greift. M. E. ist es eine Art
Notlösung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten, die Frau Wolff per
Landeshaushalt zugestanden werden, aber keine grundlegende
Qualitätsverbesserung der Unterrichtssituation, die unsere Kinder entsprechend der
PISA-Ergebnisse so dringend benötigen würden."


Ein Brief des Schulelternbeirats der Liebigschule als Reaktion auf die Veranstaltung
ist
hier abrufbar.


4. "Ritter Rost" zurück in der Liebigschule - diesmal mit der mit der "Hexe Verstexe"

(Beitrag von Christoph Klüh)


Nach dem großen Erfolg der "Ritter Rost"-Aufführung des letzten Jahres lädt der
Chor der sechsten Klassen im Juni erneut zu einer Musical-Aufführung von "Ritter
Rost" ein. Dabei wird es sich natürlich um eine Fortsetzung der Geschichte
handeln: die Hexe Verstexe treibt diesmal ihr Unwesen und will den kleinen
Drachen Koks entführen, der allerlei Abenteuer zu bestehen hat. Abwechslung und
Unterhaltung pur mit spritzigen Dialogen und eingängigen Melodien, aber auch
Spannung ist also wieder für die ganze Familie garantiert!


Wie schon beim letzten Mal, wurde bewusst auf eine familienfreundliche Uhrzeit
geachtet, und nicht nur Liebig-Schüler und Eltern, sondern auch jüngere
Geschwister, ebenso wie Großeltern, Nachbarn, Freunde, Bekannte usw. sind sehr
herzlich zu den Aufführungen eingeladen! Aufgrund der großen Resonanz wird es
diesmal zwei davon geben, eine in der Liebigschule, eine im Rödelheimer Stadtteil.
Unterstützt werden die rund 50 Musical-Darsteller der sechsten Klassen wiederum
von einer professionellen Live-Band, Lichttechnik usw. Die musikalische Leitung
liegt einmal mehr in den Händen von Christoph Klüh.


Zu folgenden Terminen wird herzlich eingeladen:


Mittwoch, 21. Juni, 18.00 Uhr, Aula der Liebigschule


und Donnerstag, 22. Juni, 18.00 Uhr, Gemeindesaal der ev. Cyriakusgemeinde,
Alexanderstraße 37, 60489 Frankfurt-Rödelheim


Hinweis für alle Fußball-Fans: An beiden Tagen findet kein Deutschland-Spiel statt!


Plakat zur Veranstaltung hier.


5. Wiedereröffnung der Bibliothek


Die Bibliothek der Liebigschule wird nach längerer Renovierungs- und
Umgestaltungspause im Juni wieder eröffnet. Alle Eltern und Schülerinnen und
Schüler der Liebigschule sind zu dem Wiedereröffnungsfest der gänzlich
renovierten und neu ausgestatteten Schulbibliothek am 29. Juni 2006, von 13.30
bis 15.30 Uhr, eingeladen. Neben einem kurzen "offiziellen Teil" wird es ein kleines
Fest mit Spiel, Sport und einigen leckeren Essensangeboten geben. Schulleitung
und Bibliothekarin freuen sich auf zahlreiche Gäste.


6. Neue Denkanstöße mit StuBBS


Es ist ein Verbundprojekt der drei Universitäten Marburg, Jena und Braunschweig
und heißt "Studie zur Entwicklung von Bewegung, Spiel und Sport in der
Ganztagsschule". Wem dies zu kompliziert klingt, der sage einfach "StuBBS". Das
Projekt ist auf drei Jahre angelegt, die Liebigschule ist eine der beteiligten Schulen
(könnte ja immerhin auch für den Schulhof Nord interessant sein!). Projektleiter ist
Prof. Dr. Ralf Laging von der Philipps-Universität Marburg.


Bei einer Diskussionsrunde Anfang Mai waren die LehrerInnen Herr Amberg, Herr
Auth, Herr Bender, Frau Degen, Herr Kleinschmidt, Herr Thull, Frau Treber und
Herr Winn (für dieses Projekt Ansprechpartner unserer Schule) anwesend, also
LehrerInnen für Sport und KlassenlehrerInnen von 5. Klassen. Und auf Einladung
von Herrn Winn Brigitte Marstaeller-Mosler als Elternvertreterin. Anerkennend
wurde festgestellt, dass unsere Schule damit die erste ist, bei der Eltern mit am
Tisch sitzen. Brigitte Marstaeller-Mosler: "Wenn das an anderen Schulen nicht so
ist, freut es mich umso mehr, dass unsere Schulleitung an einem
partnerschaftlichen Miteinander interessiert ist."


Die Diskussion wurde von zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen von Herrn Prof.
Laging, Frau Buttkus und Frau Stobbe geführt. Unter anderem ging es um Themen
wie "Treibhäuser der Zukunft" (hier sind Schulen gemeint) und um neue Ideen, wie
Abkehr vom starren 45-Minuten-Takt, Rückzugsnischen für Kinder etc. Weitere
Themen u.a.: Nennung von Hindernissen für konstruktive Veränderungen (etwa zu
kleine Klassen für zu große Klassenstärken), keine Konzeptvorschläge vom
Kultusministerium, erste Ansätze an der Liebigschule in Richtung Ausbrechen aus
starren Strukturen wie Mathelabor, Fachlehrerzimmer, Klassenlehrerblock in den 5.
Klassen und natürlich das Thema "Sport und Bewegung" mit allen Facetten. Brigitte
Marstaeller-Mosler jedenfalls hat sich "über neue Denkanstöße gefreut und
darüber, dass wir für die Schulhofplanung jetzt doch im Gespräch mit den
SportlehrerInnen sind".


7. Migrantenkinder in der Schule


Da muss Kultusministerin Karin Wolff wohl ihre rosarote Brille aufgehabt haben:
"Die durchgehende Sprachförderung von Anfang an ist im Bildungsland Hessen
schon Realität. Dafür gibt die Landesregierung insgesamt über 60 Millionen Euro
aus." Mehr als 22.000 Kinder hätten in Hessen bereits neunmonatige
Deutsch-Vorbereitungskurse durchlaufen. Für Karin Wolff Beweise für die "gute
Schul- und Integrationspolitik ihres Landes". Dies der Inhalt einer schnell
herausgegebenen Pressemitteilung als Reaktion auf eine ganz andere Nachricht
kurz zuvor. Da nämlich hatte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD) die Erfolgschancen von Kindern mit Migrationshintergrund
in 17 verschiedenen Ländern verglichen. Und da klangen die Töne schon ganz
anders, denn "Deutschland versagt bei der Schulausbildung wie kaum ein anderes
Industrieland" (FR vom 16.5.06). Eine in Berlin vorgestellte Sonderauswertung der
Pisa-Studie 2003 kommt zu dem Ergebnis, dass Migrantenkinder im deutschen
Bildungssystem weitgehend abgehängt sind. Nach der Studie weisen im
internationalen Vergleich Einwandererkinder in Deutschland die größten
Leistungsrückstände gegenüber einheimischen SchülerInnen auf. Und noch
schlimmer: In Deutschland gehe die Schere zwischen einheimischen und Schülern
mit Migrationshintergrund im Lauf des Einwanderungsprozesses sogar noch weiter
auseinander: "In Deutschland geborene Migrantenkinder der zweiten Generation
lagen mit ihren Schulleistungen sogar fast zwei Schuljahre zurück", so die Studie
weiter. Zugleich stellt sie aber klar, dass es Migrantenkindern auch in Deutschland
nicht an Bildungsmotivation mangele. "Wer wie die Integrationsbeauftragte der
Bundesregierung, Maria Böhmer, nur auf Deutschkurse für Zuwandererkinder setzt,
springt zu kurz. Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, aber gebraucht wird
ein Systemwechsel: Längeres gemeinsames Lernen und Lehrer, die schlechte
Schüler nicht einfach nach unten abschieben wollen" (Katja Irle, FR vom 16. Mai
2006).


8. Stark gegen Rechtsextremismus


Die jüngsten Vorfälle machen es wieder erschreckend deutlich: Es ist dringend
nötig, vor allem Jugendliche gegen den Rechtsextremismus stark zu machen. Die
Landesregierung hat jetzt die Aufklärungskampagne "Wölfe im Schafspelz"
gestartet. Im Zentrum der Kampagne steht ein Medienpaket, das Impulse für eine
Diskussion zu dem Thema gibt und Schülerinnen und Schülern helfen soll, sich
intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander zu setzen. Darin
enthalten ist der Spielfilm "Platzangst", der die Konflikte eines Jugendlichen zeigt,
der hin- und hergerissen ist zwischen seiner rechten Clique und seiner Freundin.
Weiterhin die Filmdokumentation "Rechtsextremismus heute – zwischen Agitation
und Gewalt". Informiert wird über aktuelle Erscheinungsformen und Struktur des
Rechtsextremismus sowie über den Lebensstil der Szene. Zu Wort kommen Aktive
und Aussteiger. Das Medienpaket wird in Hessen über die Polizeipräsidien an die
weiterführenden Schulen verteilt. Weitere Infos im Internet unter
http://www.polizeiberatung.de/aktionen/rechtsextremismus.


9. Frankfurter Schülern droht Abschiebung


Leider sind in Frankfurt wieder einmal Schulkinder von Abschiebung bedroht. Die
Integrierte Gesamtschule in der Herderschule hat deshalb unter dem Titel
"Bleiberecht für die Familie Graca" folgenden Aufruf verbreitet:


"Die Familie Graca lebt seit fast 15 Jahren in Deutschland. Die beiden Söhne Admir
und Armin haben das Herkunftsland ihrer Eltern nie kennen gelernt. Obwohl die
Familie sich in Frankfurt längst vollständig integriert hat – was ihre sozialen
Bindungen in Verein und Schule bestätigen – und ihre Lebensunterhalt durch die
dauerhafte Erwerbstätigkeit des Vaters gesichert ist, hat der Hessische Landtag die
Petition der Familie mit serbisch-montenegrinischer Staatsangehörigkeit auf einen
Daueraufenthalt abgelehnt. Damit droht der Familie die Ausweisung aus
Deutschland. Gegen diese mögliche Ausweisung protestieren wir aufs Heftigste.
Weder die Kinder noch ihre Eltern sollen aus ihrem jetzigen Lebensumfeld
herausgerissen und in eine ungewisse Zukunft abgeschoben werden. Deshalb
fordern wir einen unbefristeten Aufenthaltstitel für die Familie Graca."


Den kompletten Aufruf inklusive Unterschriftenliste finden Sie hier.


10. Auch 2006 wieder "der ultimative Kick"


Trotz, oder gerade wegen der drohenden Fußball-WM: Vor Abschluss dieses
Schuljahres soll es eine Neuauflage des Klassikers "Fußballspiel AbiturientInnen
gegen Lehrer/Eltern" geben. Ein Termin ist noch nicht gefunden, doch zeichnet sich
Juli vor den Sommerferien ab. Begeisterte ZuschauerInnen sind wie immer herzlich
willkommen! Für Essen und Getränke wird gesorgt.


Interessierte Mitspieler werden gebeten, Kontakt mit Coach Lothar Wex
aufzunehmen (
Lothar.Wex@t-online.de).


11. Neues aus der "Sani-Gruppe"

(Bericht von Brigitte Marställer-Mosler)


Was die Photovoltaik-Anlage auf den Auladach angeht, hat der Facility Manager der
Stadt das Hochbauamt aufgefordert, die Statik des Auladaches zu prüfen, um
sicherzustellen, dass es eine Photovoltaik-Anlage tragen kann.


Die Regenwassernutzungsanlage wird von einer Fachfirma geprüft. Diese soll
feststellen, welche Reparaturen für eine Wiederinstandsetzung erforderlich sind.


Der Umbau von K54 läuft nach Aussagen des städtischen Amtes nach Plan (Zweifel
kommen immer dann auf, wenn keine Handwerker gesichtet werden).


Der Umbau der Bibliothek ist soweit abgeschlossen. Sie wird zur Zeit wieder
eingerichtet und soll Mitte bis Ende Juni festlich eingeweiht werden.


Die Weichen für eine Video-Anlage für den Haupteingangsbereich zur Verhinderung
von Fahrraddiebstählen
waren zwar technisch und finanziell gestellt, aber seitens
der Stadt wird keine Genehmigung erteilt, weil durch eine derartige Installation die
Wahrung der Persönlichkeitsrechte gefährdet sei. Die Frage ist jetzt, ob wir uns bei
der Schuldezernentin für eine Ausnahmegenehmigung einsetzen sollen oder einfach
bei unserem alt bewährten Tipp bleiben: Liebe Eltern, lasst eure Kinder mit alten
Fahrrädern zur Schule fahren, die keinen Dieb anlocken bzw. schließt
Versicherungen ab, damit ihr annähernd den Neuwert des gestohlenen Fahrrads
zurückerstattet bekommt. Die Versicherung der Schule erstattet nämlich nur einen
Teilbetrag.


12. Elternmitarbeit bei Veranstaltungen erbeten

(Beitrag von Brigitte Marställer-Mosler)


Die Eltern der 10. Klassen sind aufgerufen, sich für die Verköstigung am
Prästentationstag der Projektwoche am Donnerstag, dem 13.7.2006 bereitzuhalten
(Infos über die entsprechenden ElternvertreterInnen).


Die Eltern der 9. Klassen werden gebeten, das Getränkebuffet für das
Sommerkonzert am Freitag , den 7.7.2006 zu organisieren (Infos hier auch über
die entsprechenden ElternvertreterInnen).


Es wäre toll, wenn wir aus der Unter- und Mittelstufe Beiträge für die festliche
Einweihung der Bibliothek bekommen könnten. Schulintern ist Donnerstag, d. 29.
Juni als Termin abgestimmt. Es stehen noch die Zusagen der offiziellen Gäste für
diesen Tag aus. Organisiert wird das Fest von Frau Abtt-Herberg und Frau
Schmidt-Narischkin mit Unterstützung des Festausschusses der Eltern (die
Organisationsgruppe wird umgehend einberufen!).


13. Kurz gemeldet


Die aktuelle Ausgabe von Liebig Aktuell (Juni 2006) kann hier gelesen und
herunter geladen werden.


Konzept für mehr Eigenverantwortung: Ab 2007 sollen Schulen in Hessen sich
ihre LehrerInnen weitgehend selbst aussuchen und auch den Stundenplan mehr als
bisher gestalten können. Ein Konzept der Landesregierung sieht zudem vor, dass
eine Jahresstundentafel die bisherige Wochenstundentafel ablösen soll. Damit
könnten Schulen über das ganze Jahr hin mehr eigene Schwerpunkte im Unterricht
bilden.


Ersatzschulfinanzierungsgesetz: Die Hessische Landesregierung will die
Zuschüsse an die Privatschulen im Land um rund zehn Millionen Euro erhöhen. Das
ist der Kern des Entwurfs des Dritten Gesetzes zur Änderung des
Ersatzschulfinanzierungsgesetzes, den Kultusministerin Karin Wolff jetzt vorgestellt
hat.


Neue Gesamtschulen geplant: Man höre und staune: Die
Koalitionsvereinbarungen zwischen CDU und Grünen im Römer könnten sich schon
bald auf die Schulrealität in Frankfurt auswirken. Nachdem die Union ihren
Widerstand gegen Integrierte Gesamtschulen aufgegeben hat, sollen nach
Planungen des Bildungsdezernats von Stadträtin Jutta Ebeling (Grüne) in Frankfurt
bis spätestens 2008 bis zu vier weitere Schulen in IGS umgewandelt werden.


Filmtipp: Wir empfehlen die website www.essen-global.de: Es geht um die
Themen Ernährung und Globalisierung sowie den Mangel im Überfluss.
Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer begibt sich in seinem Film "We feed the
world" auf die Spur unserer Lebensmittel. Roter Faden ist ein Interview mit Jean
Ziegler, dem UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Auch wenn
man keine Möglichkeit hat, den Film im Kino zu sehen, gibt es viele Informationen,
die vom Interview mit dem Dokumentarfilmer gut ergänzt werden. (Diesen Tipp
gab uns Vivienne Rudolph – besten Dank dafür!)


Bewegliche Ferientage: Folgende bewegliche Ferientage 2006/2007 stehen zur
Zeit fest:


- Montag, 19. Februar 2007 (Rosenmontag)


- Dienstag, 20. Februar 2007 (Faschingsdienstag)


- Freitag, 18. Mai 2007 (1 Tag nach Christi Himmelfahrt)


14. Veranstaltungskalender


Im Juni finden u. a. die folgende empfehlenswerten Veranstaltungen statt:


- Die diesjährige Abiturfeier mit anschließendem Abi-Ball findet am 23. Juni
ab 17 Uhr in der Aula statt


- Vom 6. – 30. Juni findet in der Stadtteilbibliothek Rödelheim (Radilostraße
17-19) die Ausstellung "Atomic-Zirkus" statt. "Atomic-Zirkus" ist ein
Straßentheaterstück, das die Gefahren der Atomenergie zum Thema hat. In
einigen Szenen werden Ideen zum Restrisiko, Atommüll, Beherrschung des
Prozesses als eine Art Zirkus dargestellt. Die Ausstellung dokumentiert die
Arbeit der Frankfurter Theatergruppe, die sich 1986 mit diesem Stück
künstlerisch mit der Atomenergie auseinandersetzte. Am 8. Juni um 20 Uhr
findet die Begleitveranstaltung "Erinnerung an den Reaktorunfall von
Tschernobyl" statt. Sechs Frauen von "Atomic-Zirkus" erzählen von ihren
Recherchen und Erfahrungen.


(Die Stadtteilbibliotehk Rödelheim ist geöffnet: Di, Do 10-13 und 15-18 Uhr/Mi,
Fr 13-18 Uhr/Sa 10-13 Uhr


- Vorankündigung: Am 3. und 4. Juli führt die Theatergruppe der Liebigschule
Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing auf. Die Vorstellungen finden
jeweils um 19.30 Uhr in der Aula statt.


15. Featured Links


www.gummibaeren-forschung.de - Zeige mir deinen Gummibären und ich sage dir,
wer du bist ...


16. Neues aus der SV / Nachrichten aus der Schülerschaft


... fällt diesmal dem mündlichen Abi zum Opfer. Allen Abiturientinnen und
Abiturienten drücken wir nachhaltig die Daumen!


Dafür gibt es aber endlich wieder eine eigene, schön gestaltete Liebigschüler
Homepage: Unter
www.liebigschueler.net meldet sich künftig sicher nicht nur die
SV zu Wort. Regelmäßige Besuche sind nicht nur Schülerinnen und Schülern
wärmstrens empfohlen!


17. Neues auf der Homepage (www.seb-liebig.de)


Im "internen" Bereich wurden Berichte und Protokolle aus diversen Schulgremien
neu eingestellt - einfach mal reinschauen und sich informieren.


In den "schulinternen" Bereich der Homepage gelangt man nach Anmeldung mit
Benutzername und Passwort – gibts für Liebig-Eltern, Schülerinnen/Schüler und
Lehrerinnen/Lehrer bei jedem Elternbeirat und bei der e-News-Redaktion unter
e-news@seb-liebig.de. Die als "intern" markierten Artikel erscheinen dann gelb
unterlegt.


18. Zitat des Monats


"Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten" (Sepp Herberger)


19. Bild des Monats


Oh du lieber Albert ...




5.jpg



... und bitte daran denken: Der nächste Redaktionsschluss der e-News kommt
bestimmt - und zwar am 30. Juni. Beiträge für die nächste Ausgabe bitte zu diesem
Termin einsenden.



Liebe Grüße,

Andreas Völp & Horst Gast



e-news.liebigschule -

Der Newsletter des Schulelternbeirats

der Liebigschule in Frankfurt am Main

eMail
e-news@seb-liebig.de

Homepage
http://www.seb-liebig.de


Datum:  02.06.2006
eingestellt von:


angefügte Links:

angefügte Dateien:

Elternbrief Happy Slapping
Bleiberecht Familie Graca
Brief Liebig-Eltern Uplus
Bild des Monats Juni
Plakat Ritter Rost

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